Rechenschwäche/Dyskalkulie - Was ist das?
Rechenschwäche/Dyskalkulie ist eine Störung in der Entwicklung des rechnerischen Denkens, die es den Betroffenen unmöglich macht, grundlegende mathematische Fertigkeiten zu erlernen, zu verstehen und anzuwenden. In ihrem Verlauf werden die Verstehenslücken immer zahlreicher und größer, bis ein Zustand erreicht ist, aus dem die Betroffenen sich aus eigener Kraft - und in der Regel auch mit schulischer Hilfe - nicht mehr selbst befreien können. Anfänglich gelingt die Überdeckung der Störung durch verschiedene Hilfs- und Ersatz-Techniken (wie z.B. Zählen) aber irgendwann sind diese Techniken nicht mehr ausreichend, so dass es zum Versagen vor allem im schulischen Fach Mathematik kommt.
Warum ist sie so schwer zu erkennen?
Im Gegensatz zur Lese-Rechtschreib-Schwäche wird eine Dyskalkulie oft sehr spät erkannt. Rechtschreibfehler kann man sofort sehen; dem Ergebnis einer mathematischen Aufgabenstellung jedoch kann nicht angesehen werden, wie es zustande gekommen ist. Weil auch mit falschen Algorithmen, Zählen oder Abschreiben oft noch korrekte Ergebnisse präsentiert werden können, erhalten Kinder mit einer sich manifestierenden Dyskalkulie oft noch über eine längere Zeit z.T. recht gute Zensuren im Fach Rechnen/Mathematik.
Verbreitung
Die Anzahl der von einer echten Rechenschwäche Betroffenen liegt bei etwa 6%
aller Kinder einer Altersgruppe. Der Anteil an Mädchen beträgt davon etwa 60%,
der an Jungen etwa 40%. Bei der Lese-Rechtschreib-Schwäche ist das Verhältnis
umgekehrt, so dass mehr Jungen als Mädchen betroffen sind. Daneben existieren
noch etwa 15% eines Jahrgangs, die allgemein als rechenschwach gelten und mit
gezielter didaktischer Gruppenförderung und Übung die durchschnittlichen
Rechenleistungen erreichen könnten.